Kapitel 14: Der Vorfall

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Dies tue ich, bis nach ein paar Tagen der Strom ausfällt.
Nach einem kurzen Blick in die Gemeinschaftswerkstatt stelle ich fest, dass der Strom im gesamten Gebäude ausgefallen zu sein scheint.
Daraufhin melde ich mich freiwillig, um in den Keller zu gehen, um die Ersatzstromgeneratoren zu aktivieren, weil sie nicht von alleine angesprungen sind.
Also schalte ich meine Handytaschenlampe ein und begebe mich über die Treppen, weil die Aufzüge ohne Strom natürlich nicht funktionieren, in den Keller und dort in den Elektronikraum.
Auf dem Weg dorthin höre ich einen lauten Knall aus Richtung des Innovationstower, aber lasse mich davon erstmal nicht beirren. 

Im Elektronikraum schalte ich die sehr lauten Generatoren ein, nachdem ich die Sicherungen wieder eingesetzt habe und leite den Strom auf die Sicherheitssysteme und die Beleuchtung.
Außerdem schalte ich den Generator, der allein für die Versorgung des Frachtaufzugs verantwortlich ist, ein.
Dann höre ich plötzlich weitere Knalle und mehrere Geräusche, die sich nach Schüssen anhören und kurz darauf höre ich auch Schreie.
Ich versuche ruhig zu bleiben und begebe mich wieder in den Flur des Kellers und von dort in den Sicherheitsraum, dessen Stahltür ich vorsichtshalber schließe und benutze die Kameras, um zu sehen, was los ist. 

So sehe ich, dass maskierte Personen mit Waffen in beiden oberirdischen Stockwerken des Gebäudes das restliche Personal bedrohen, während andere Maskierte die Maschinen demolieren.
Ich entscheide mich deshalb, Hilfe zu rufen, habe aber keinen Empfang und es gibt auch kein funktionierendes Telefon.
Also entscheide ich mich rauszuschleichen, mach dabei aber einen Umweg über den Lagerraum im Keller, in der Hoffnung, etwas Nützliches zu finden und finde dabei den Prototypen des Einmannpanzers.
Da überkommt mich ein starkes Pflichtgefühl, meine Kollegen beschützen zu müssen und ich kletter in den Einmannpanzer und begebe mich zum Frachtaufzug mit dem ich in meiner Rüstung ins Erdgeschoss hochfahre, wo die Bewaffneten inzwischen alle, die sich im gebäude befunden haben, versammelt haben. 

Als ich oben ankomme, eröffnen sie sofort das Feuer auf mich und ich realisiere plötzlich, was das für eine dumme Idee war und hoffe, dass die Panzerung stark genug ist.
Aber ich bewege mich trotzdem in ihre Richtung und versuche, sie außer Gefecht zu setzen, ohne sie zu töten.
Dabei kommt es allerdings von den Winkeln und Orten, an denen Arme plötzlich abgewinkelt sind, zu ein paar gebrochenen Knochen sowie zu teilweisem Freundbeschuss unter den Maskierten durch Abpraller vom Einmannpanzer.
Aber ich kann die maskierten letztendlich alle außer Gefecht setzen und meinen Kollegen ermöglichen zu fliehen. 

Inzwischen höre ich auch Sirenen.
Aber da fällt mir der Knall ein, den ich auf dem Weg in den Keller gehört habe und ich bekomme auf einmal ein besorgtes Gefühl im Bauch und eile zum Eingangsbereich des Innovationtower.
Kurz bevor ich ankomme, sehe ich durch die Glasfront schon, dass auf dem Parkplatz mehrere Polizeiwagen und ein Krankenwagen stehen und als ich um die Ecke zum Empfang biege, bestätigen sich meine Befürchtungen.
Der Knall, den ich gehört habe, war ein Schuss, der auf Annika abgefeuert wurde.
Ich möchte zu ihr hinübergehen,weil sie gerade von zwei Sanitätern behandelt wird, aber bemerke vorher, dass alle Polizisten ihre Waffen auf mich gerichtet haben und ich realisiere jetzt erst ,dass ich den Einmannpanzer noch trage. 

Zum Glück greift Jakob ein, bevor etwas passieren kann und entschärft die Situation.
Ich kletter aus dem Einmannpanzer und gehe vorsichtig so weit wie möglich zu Annika hinüber, die auf dem Boden hinter dem Empfang sitzt und sich an die Wand lehnt.
Ich weiss aber nicht, was ich sagen soll, das sich nicht dumm anhören würde.
Also steh ich nur mit etwas Abstand stumm da, um die Sanitäter nicht zu behindern.
Besonders schockiert bin ich von dem Blut, welches von Annikas linker Schulter heruntergeströmt zu sein scheint, diese wird gerade von den Sanitäter behandeln.
Annika sieht zu mir hinüber und lächelt leicht schmerzverzerrt.
Ich weis nicht, welche Emotionen ich zeige. 

Kurz darauf spricht mich einer der Polizisten an und fragt mich, ob ich zu Annika gehör.
Ich will gerade mit “Nein” antworten, weil wir nur befreundet sind, als Annika “Ja, tut er.” sagt.
Darauf reagiert einer der Sanitäter mit: "Dann können sie ruhig näher kommen.”, was ich  auch noch leicht perplex mache.
Ich knie mich auf Annikas rechten Seite hin.
Danach fragt sie mit einer Stimme, aus der man den Schmerz, den sie empfindet, durchaus heraushören kann “Was ist das für ein Teil, in dem du da angekommen bist und warum ist es so zerschrammt?"
Darauf antworte ich “Ich weiss nicht, ob das eine geeignete Geschichte für jetzt ist.”, worauf sie mit “Ach, warum nicht?” reagiert.
Was ich mit “Nun ja, die Schrammen sind Spuren von Kugeln.” beantworte.
Da lacht sie leicht und sagt “Auf dich wurde also auch geschossen. Dafür siehst du aber noch extrem gut aus.”
Darauf reagiere ich mit “Danke, das liegt wahrscheinlich daran, dass ich diese moderne Version einer Ritterrüstung hatte.” und deute dabei mit einer Hand auf den Einmannpanzer.
Aber bevor wir uns weiter unterhalten können, kommt einer der Sanitäter, von dem ich nicht einmal bemerkt hatte, dass er weg war, mit der Trage wieder und Annika legt sich auf die Trage und wird zum Krankenwagen gebracht.
Auf dem Weg dahin begleite ich sie noch und sie greift mit ihrem gesunden rechten Arm nach meiner Hand und ich lasse sie diese halten.
Beim Krankenwagen angekommen, wird sie hinten in den Krankenwagen geschoben und der Krankenwagen fährt zum nächstgelegenen Krankenhaus.
Ich bleibe auf dem Parkplatz zurück. 

Ich gehe daraufhin wieder in den Innovationstower, wo sich in einer Ecke gerade Herr Blanché mit einem Polizisten unterhält.
Ich entschließe mich, sie nicht zu stören und suche stattdessen nach Jakob.
Ich werde aber von einer Polizistin aufgehalten, welche meine Aussage zum Vorfall haben möchte und ich beginne ihr alles, was ich darüber weiß, zu erzählen.
Ich bekomme Sorgen, dass ich Schwierigkeiten bekommen könnte, als ich davon erzähle, dass ich versucht habe, die maskierten Personen außer Gefecht zu setzen.
Das kann man scheinbar auch aus meiner Stimme heraushören, denn die Polizistin beruhigt mich, dass ich erst einmal keine Probleme bekommen werde.
Ich müsste ihr nur einmal, die Betroffenen zeigen, was ich auch tue.

Vorort finden wir einen meiner Kollegen, den ich aber nicht genauer kenne, mit einem anderen Polizisten vor.
Die verbliebenen Maskierten, die keine medizinische Hilfe brauchten, wurden verhaftet.
Jetzt hört man auch die anderen Krankenwagen für die Maskierten ankommen und kurz danach werden die Sanitäter von einem meiner Kollegen hergeführt.
Die Polizistin, der ich die Szene zeigen sollte, wirkt beeindruckt, dass ich mich getraut habe, gegen die Maskierten anzutreten.
Erst jetzt zähle ich sie und stelle fest, dass ich mich gegen sieben Maskierte mit Schusswaffen behauptet habe.
Die Polizistin sagt mir, dass ich jetzt erst einmal gehen darf, was ich auch tue.

Im Innovationstower such ich Jakob weiter, werde jedoch wieder aufgehalten, diesmal von Herrn Blanché, welcher zu mir sagt: “Gute Arbeit mit dem Schutz ihrer Kollegen, auch wenn die Polizisten etwas genervt davon sind, weil es Extraarbeit für sie bedeutet oder zumindest der, mit dem ich gesprochen habe.”
Außerdem fragt er “Möchten sie die nächsten Tage frei nehmen, um das alles zu verarbeiten?”, was ich mit “Nein, ich würde lieber bei den Aufräum- und Reparaturarbeiten helfen, wenn das möglich ist.” beantworte.
Darauf antwortet er mit “Aber natürlich und wenn sie eine Auszeit brauchen, um zum Beispiel Frau Hagen zu besuchen, können sie das gerne tun.”
Ich bedanke mich mit einem knappen “Danke” und begebe mich wieder auf die Suche nach Jakob.
Ich finde ihn an der Tür zum Museum stehen und frage ihn “Geht es dir gut?”, worauf er antwortet “Den Umständen entsprechend. Ich habe definitiv nicht damit gerechnet, dass ich heute von einem Fanatiker mit einer Waffe bedroht werde.”
Ich frage ihn: “Möchtest du darüber reden?”
Das beantwortet er mit einem schlichten und kurzen “Nein.”
Kurz darauf erhebt Herr Blanché die Stimme und fordert alle, die zur Zeit nicht benötigt werden, auf, in ihre Wohnungen zu gehen.
Das tun Jakob und ich auch.
Ich frage Jakob noch, ob er Gesellschaft möchte.
Das möchte er aber nicht, also gehen wir beide allein in unsere Wohnungen.

Ich versuche mich mit Serien, Dokumentationen und Videospielen vom Geschehenen abzulenken, gehe in Gedanken aber immer wieder das Geschehene durch und ob ich alles richtig gemacht habe.
Als es spät wird und die Einsatzkräfte wieder abgezogen sind, versuche ich etwas zu schlafen, finde aber kaum Ruhe.

Über Feedback, wie was ist noch zu verbessern oder was ist schon gut, würde ich mich freuen.
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